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Machen Sie Ihren Stoffwechsel sichtbar

Sie kennen vermutlich den durchschnittlichen Benzinverbrauch Ihres Autos auf 100 km, doch wie sieht es eigentlich mit Ihrem, Stoffwechsel aus? Erst wenn Sie wissen, was Sie auch wirklich verbrauchen, können Sie auch abschätzen, was Sie "tanken"können.

Im Rahmen von Ernährungs- und Lebensstilberatungen ist eine realistische Analyse des Ist-Zustandes entscheidend für eine erfolgreiche und nachhaltige Intervention. Frustrierend für alle Beteiligten sind immer wieder Aussagen wie "Warum nehme ich nicht ab ? ich esse doch nichts?!" Wird dann auch noch ein Ernährungsprotokoll vorgelegt, das beim besten Willen kaum noch Spielraum zur Kalorienreduktion bietet, bleibt nur noch die kategorische Empfehlung zu mehr Bewegung. Ergänzend empfiehlt sich noch eine Kontrolle des Blutbildes, um eine hormonelle Störung - z.B. der Schilddrüsenfunktion - auszuschließen.

Wichtig für die optimalen Empfehlungen hinsichtlich des Bewegungs- und Ernährungsverhalten einer Person ist es, einen realistischen Eindruck des Alltags dieser Person zu erhalten.

Mit einem neuen Sensor ist genau das jetzt auf höchstem Niveau möglich. Insgesamt vier Informationen werden rund um die Uhr aufgezeichnet: Hauttemperatur, Wärmefluss, galvanische Hautreaktion, sowie Bewegung und Position des Trägers über ein Akzellerometer in zwei Achsen.
Daraus ergibt sich nicht nur ein genauer Überblick über das Bewegungsverhalten im Alltag, sondern auch über den individuellen Ruhe- und Leistungsumsatz. Diese werden mit extrem hoher Genauigkeit bestimmt, so dass eine gute Beurteilung der gesamten Stoffwechselleistung möglich wird. Neben einer Angabe des absoluten Verbrauchs an Kalorien werden auch die METs ermittelt. MET steht für metabolic equivalents oder metabolisches Äquivalent und ist definiert als:

1 MET = 1 kcal pro Stunde und pro Kilogramm Körpergewicht = 1 kcal/h/kg

Der Ruheumsatz eines normalen Menschen beträgt 1 MET. Je nach metabolischer Konstitution weicht dieser Wert nach oben oder unten ab und lässt so eine Unterscheidung einer normalen, hypernormalen, hyper- und eben auch hypometabolischen Stoffwechselsituation zu (Tab.1).

Typ MET
Hypometabolischer Zustand, Adipositas 0.7-0.9
Normalperson 1.0 (0.9-1.1)
Hypermetabolischer Zustand, Mangelernährung, Kachexie 1.1-1.3
Athlet
Bodybuilder
1.3-1.7

Tab.1: Einteilung des Ruheumsatzes der verschiedenen metabolischen Typen

Der Energieumsatz wird für gewöhnlich in kcal angegeben und variiert deutlich von Person zu Person. Die Einheit MET besitzt einen Bezug zu Körpergewicht und Zeit. Bestimmte körperliche Aktivitäten können so problemlos einem MET Wert zugeordnet werden. Tabelle 2 und 3 zeigen einfache Übersichten verschiedener Aktivitäten.

Aktivität METs Aktivität METs
Gehen (5-6 km/h, eben) 4.1 Autofahren 1.1
Gartenarbeit 4.3 Hausarbeit 2-4
Fernsehen 1.0 Skilanglauf 7-14
Bürotätigkeit 1.2 Marathonlauf (Amateur) 9.5
Radfahren, langsam 4.0 Hochleistungssportler 20

Tab. 2: Aktivitäten und entsprechende MET-Werte (?Compendium of Physical Activity?)

Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie zeigte, dass neben dem Lebensalter die Leistung in MET die stärkste Vorhersagbarkeit bei Herzpatienten und Normalpersonen hinsichtlich der Mortalität aufweist. Dabei entsprach ein Leistungsumsatz von einem MET zusätzlich zum Grundumsatz pro Tag einer Verbesserung der Überlebenschance um 12% (Myers J et. al. NEJM 2002, 346:793).

Eine Schlüsselrolle bei Bewegungs- und Ernährungsberatung spielt besonders der Grundumsatz und in diesem Zusammenhang die bioaktive Körperzellmasse, vornehmlich die Muskulatur. Jedes Gramm mehr an Muskulatur verbraucht deutlich mehr Energie um zu existieren - in Ruhe und unter Belastung.

In Ruhe verbraucht Muskelgewebe verglichen mit anderen Gewebearten 25-30 kcal mehr pro kg und Tag.

Eine Körperkompositionsanalyse (z.B. eine BIA Messung) verbunden mit einem realistischen Tagesprofil von Energieverbrauch und Bewegung stellt somit das Optimum zur Diagnostik des Ist-Zustandes dar. Im zeitlichen Verlauf können Interventionserfolge dann einfach kontrolliert und visualisiert werden (Tab.3).

Tab. 3: Beispiel einer BIA-Analyse im zeitlichen Verlauf. Die Veränderung der einzelnen Kompartimente des Körpers kann so detailliert dargestellt werden.

Die Möglichkeit den eigenen Stoffwechsel sichtbar zu machen stellt auch eine große Motivation dar das Bewegungsverhalten nachhaltig zu optimieren - man sieht, es verändert sich etwas noch bevor es das Spiegelbild verrät.

Tab. 4: Der gesamte Energieumsatz des Körpers besteht aus einer Summe von Ruhe- und Leistungsumsatz.

Entscheidend für ein erfolgreiches und nachhaltiges Gewichtsmanagement ohne "Jo-Jo Effekt" ist also die Erhöhung des Ruheumsatzes über eine Steigerung der metabolisch-aktiven Zellmasse. Wird gleichzeitig der Leistungsumsatz durch mehr Bewegung im Alltag oder gezielten Sport erhöht, ist Erfolg nur noch eine Frage der Zeit.

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Autor: Dr. med. Markus Klingenberg
Arzt, Diplom Fitness-Trainer, Personal Trainer

 

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