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„Ich esse doch nur wie ein Vögelchen“ - Ausreden einmal genauer betrachtet

Die meisten Ärzte und Trainer kennen die gängigen Argumente ihrer Patienten und Kunden, warum es denn gerade wieder nicht geklappt hat mit dem Abnehmen. Ehrlicherweise muss man den Patienten aber auch zugestehen, dass viele Ärzte sie mit allgemeinen Floskel abwimmeln, oft um zu überspielen, dass sie selber keine wirkliche Ahnung haben und selber nicht an den Erfolg ihrer Patienten. „Essen Sie doch einfach weniger“ - wird einen Kunden mit beruflichem und privaten Stress, fehlendem Grundwissen im Bereich der Ernährung und jahrelangen ungünstigen Ernährungsgewohnheiten sicherlich nicht die erhoffte „Entlastung“ bringen.

Umgekehrt ist es auch frustrierend, sich zum wiederholten Male anzuhören, dass es doch so lecker schmeckt, Churchill habe ja auch gesagt „No Sports“, außerdem war schon die Oma dick und überhaupt sind es ja die Drüsen.

Genau genommen stimmt der letzte Teil sogar. Erst in den letzten Jahren wurde die Funktion des Fettgewebes als endokrinologisches Organ – sprich als Drüse – untersucht und mittlerweile haben sich viele interessante Erkenntnisse ergeben, die zunehmend von der Ernährungs- und Pharmaindustrie in Produkte umgesetzt werden.

Neben der im Grunde also berechtigten Ausrede mit den „Drüsen“ legen viele Patienten bisweilen eine offenherzige Ehrlichkeit an den Tag. „Ich esse doch nur wie ein Vögelchen“ entlockt mir immer wieder ein überraschtes „Chapeau! Wie schaffen Sie das?“. Fragt man einen Spezialisten für Vögel, z.B. einen Biologen, so erfährt man, dass die meisten Vögel die Hälfte ihres Gewichts in Lebensmitteln pro Tag essen. Bei einer 100 kg Person entspricht das 50 kg Nahrung pro Tag. Respekt! Und einige junge Vögel essen mehr als ihr Gewicht in der täglichen Nahrung...

Das nächste große Thema heißt Bewegung. Ein unspezifisches, „Ich mache doch was!“ ruft bei mir ein gereiztes „Essen bis man schwitzt ist kein Sport!“ hervor. Gut, das weckt keine Symathien, ist aber meist berechtigt. Die einfachste Möglichkeit den Wahrheitsgehalt diese Aussage zu überprüfen ist ein Schrittzähler. Der Zielwert lautet 8.000-10.000 Schritte pro Tag. Die Zähler weisen meist Werte um die 4.000 Schritte auf. Noch ausgeprägter sind die Ergebnisse in den USA, die zeigen, dass einige Amerikaner weniger als 1 km pro Tag zurücklegen.

Die Liste der Argumente und Ausreden in den Bereichen Ernährung und Bewegung läßt sich natürlich noch beliebig verlängern. Interessanter aber sind einfache und effektive Methoden die dem Kunden und Patienten helfen, seinen Lebensstil effektiv zu ändern. Im Bereich der Bewegung sind dies zum Beispiel der erwähnte Schrittzähler oder etwas aufwendiger und dafür genauer ein Lifestil Monitoring durch den Einsatz eines Stoffwechselarmbandes (siehe Artikel „Den Stoffwechsel sichtbar machen“).

Im Bereich der Ernährung ist die Grundlage jeder Beratung ein sauberes Ernährungsprotokoll, ob in Papierform oder mit Hilfe eines elektronischen Protokolls, am einfachsten mit einem speziellen USB Stick (siehe „Nutridrive – Innovativer Ernährungschoach für Ihre Hosentasche“).

Steht also am Anfang einer Lebensstil Intervention in den Bereichen Bewegung und Ernährung eine saubere Diagnostik, die dem Kunden ein Verständnis für die Zusammenhänge vermittelt, wird jede Form der Intervention deutlich erfolgreicher verlaufen.
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